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Tipp des Monats - Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur

: Roman / Edgar Hilsenrath. - Ungekürzte Ausg., 6. Aufl. - München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2007. - 476 S. - (dtv ; 13441)

„Der Nazi & der Friseur“, der Weltbestseller des deutsch-jüdischen Schriftsellers Edgar Hilsenrath, ist eine aberwitzige Groteske, bei der einem beim Lesen das Lachen im Halse stecken bleibt.

„Ich bin Max Schulz, unehelicher, wenn auch rein arischer Sohn der Minna Schulz…“ So beginnt dieser Roman, der erst sechs Jahre nach seinem Erscheinen in den USA auf Deutsch veröffentlicht wurde.
Max Schulze ist SS-Mann, KZ-Aufseher und Massenmörder, der sehr schnell nach dem Krieg untertauchen will und dafür die Identität seines ehemaligen jüdischen Schulkameraden Itzig Finkelstein annimmt, nach Israel auswandert und dort ein angesehener Bürger in Tel Aviv wird.

Mit einer Fülle von bizarren Einfällen und sehr viel sarkastischem Sprachwitz erzählt uns Hilsenrath diese Geschichte. Das Besondere daran ist die konsequente Absage an die Erwartungshaltung des Lesers sowie die Verkehrung aller gängigen Klischees.
„Mein Freund Itzig war blond und blauäugig, hatte eine gerade Nase, feingeschwungene Lippen und gute Zähne. Ich dagegen, Max Schulz, hatte schwarze Haare, Froschaugen, eine Hakennase, wulstige Lippen und schlechte Zähne.“

In diesem Roman wird aus der Täterperspektive erzählt und auch Israel zum Teil „aufs Korn“ genommen. Das waren sicherlich auch Gründe dafür, dass über sechzig deutsche Verlage diesen Roman ablehnten.

Edgar Hilsenrath wurde 1926 in Leipzig geboren und wuchs in Halle auf. 1938 floh er mit seiner Mutter und seinem drei Jahre jüngeren Bruder zu den Großeltern nach Sereth in Rumänien. Er überlebte den Holocaust und kehrte 1975 nach Deutschland zurück.

 

Empfohlen von Frau Hauser, Stadtteilbibliothek West.

Standort:
Zentralbibliothek, Stadtteilbibliothek West, Stadtteilbibliothek Süd, Fahrbibliothek
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